
Bensheim. Der Familientag hat Tradition: Jedes Jahr zu Fronleichnam bietet der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) interessante Einblicke in seine umfangreiche Arbeit. Spaß, Gespräche und Informationen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung, bei der die Helfer in praktischen Vorführungen auch ihre technische Leistungsfähigkeit demonstrieren.
Richtig voll war es kurz nach der Eröffnung um die Mittagszeit. Das schöne Wetter und die vielen Stationen auf dem Gelände an der Lahnstraße haben zahlreiche Besucher nach Auerbach gelockt.
Hautnahe Begegnungen mit der Vielfalt der Zivil- und Katastrophenschutzorganisation haben am Donnerstag nicht nur junge Gäste beeindruckt. Gerade die Ereignisse der letzten Monate und Jahre haben gezeigt, wie groß der Stellenwert einer professionellen technischen Hilfe im In- und Ausland ist.
Ulf Langemeier ist Fachberater des THW Bensheim und Referatsleiter Einsatz des THW-Landesverbands Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Als Leiter des Einsatzes in Japan im März dieses Jahres hat er mit seiner Schnell-Einsatz-Einheit Ausland (SEEBA) nach der Reaktorkatastrophe auch auf internationaler Ebene demonstriert, dass auf Hilfe des THW Verlass ist.
Neben dem Zwingenberger Langemeier, der von der ehrenamtlichen auf die professionelle Seite des Hilfswerks gewechselt ist, standen auch der Bensheimer Ortsbeauftragte Ullrich Michel sowie etliche andere Mitglieder der "blauen Truppe" für Fragen zur Verfügung.
Die Jugend- sowie die Minigruppe zeigten, dass die Zukunft des THW am Ort gesichert ist. Derzeit sind 25 Bambini in der Basistruppe ab sechs Jahren organisiert. Sie lernen spielerisch technische Grundlagen und das Verständnis für elementare Zusammenhänge. Betreut werden sie von erfahrenen Einsatzkräften aus dem aktiven Dienst. Vor drei Jahren wurde das Eintrittsalter im THW herabgesetzt.
Für kleine Gäste war vieles geboten: Beim Basteln bewiesen sie ebenso Fingerfertigkeit und technisches Geschick wie beim Umgang mit dem großen Bergungsräumgerät. Mit einem sensiblen Händchen am Polypgreifer galt es, per Fernbedienung möglichst viele Holzklötze zu stapeln.
Auf der riesigen Hüpfburg konnte man nicht nur springen und toben, sondern sich auch an einer kleinen Kletterwand üben - immer bestens flankiert von jungen THW-Mitgliedern, die darauf geachtet haben, dass alles kollisions- und schmerzfrei über die Bühne geht.
Ein Teil der Fahrzeuge parkte auf dem Gelände. Hier war reichlich Gelegenheit zum Umschauen und Anfassen. Zwar wird die Vereinigung, die zu 98 Prozent von Ehrenamtlichen getragen wird, von der Bundesbehörde mit den elementaren Standards versorgt. Doch um auf die individuellen Bedürfnisse vor Ort reagieren zu können, haben sich lokale Unterstützer wie die Helfervereinigung Bensheim gegründet. Ein Förderverein, der sich seit 1986 um die Anschaffung von Material bemüht.
Auch der Gabelstapler wurde vom Verein gesponsert. An diesem Gerät demonstrierten die THW-Fachleute, wie präzise man auch mit großen Maschinen agieren kann. Gleich nebenan ratterte die Kettensäge: Eine Vorführung verdeutlichte, wie schnell und genau man mit professionellen Ausstattung vorgehen kann - eine wesentliche Voraussetzung für eine effektive Hilfe im Einsatzgebiet.
Um von den scharfen Zähnen des Geräts nicht verletzt zu werden, ist eine spezielle Schnittschutzhose Pflicht - Sicherheit geht immer vor. Wer sich selbst Schaden zufügt, kann sich nicht für andere einsetzen.
Eine kleine Ausstellung informierte über das Repertoire des THW. Neben der Gefahrenabwehr ist das Hilfswerk in den Bereichen Bevölkerungs- und Umweltschutz, Kommunikation und Logistik und natürlich für technische Hilfeleistungen zuständig.
Trinkwasserversorgung und Brückenbau, Räumen und Sprengen, Retten und Bergen: In seiner Struktur ist das THW weltweit einzigartig, es gibt keine andere Organisation mit einem ähnlichen Aufgabenspektrum. tr